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Zentralbank: Russland weit weniger abhängig vom US-Dollar oder anderen Fremdwährungen

Die Russische Föderation ist bereit, seine Abhängigkeit von ausländischen Währungen deutlich zu verringern. Das erklärte der Leiter der Forschungs- und Prognosestelle der russischen Zentralbank Alexander Morosow in einem RT-Interview.

Moskau ist dabei, den Anteil von US-Dollar an seinen internationalen Devisenreserven zu verringern, und halbierte den Anteil der US-Währung an seinen Beständen innerhalb eines Jahres auf rund 24 Prozent.

Diese Diversifizierung könnte dazu beitragen, Risiken, einschließlich derer, die mit den Sanktionen verbunden sind, zu mindern. Das teilte der Leiter der Forschungs- und Prognosestelle der russischen Zentralbank Alexander Morosow am Rande des 5. Russisch-Britischen Wirtschaftsforums (RBBF) in London mit. In einem Interview mit RT sagte er:

Wir haben da bereits bedeutende Fortschritte gemacht. Wenn wir die aktuelle Situation mit der vergleichen, die wir vor zehn Jahren hatten, so ist das russische Finanzsystem – was auch immer passiert – viel stabiler geworden.

Er wies jedoch darauf hin, dass die vollständige Abwendung vom US-Dollar nie das Ziel gewesen sei. Moskau wolle bloß die Risiken kontrollieren, die jede Währung mit sich bringen könnte, wie zum Beispiel Liquidität oder Änderungen des Wechselkurses. Morosow betonte:

Da Russland mit vielen Ländern in verschiedenen Währungen handelt, sind wir natürlich daran interessiert, einen Teil der Fremdwährung in der Struktur unserer Vermögenswerte zu halten. Wir hatten also nicht das Ziel, den US-Dollar, den Euro oder eine andere Währung vollständig loszuwerden.

Die russischen Devisen- und Goldreserven sind in den letzten Jahren stetig gewachsen und haben dank des Haushaltsgesetz bereits den Wert von einer halben Billion US-Dollar überschritten.

Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Wirtschaft der Nation abzuschirmen und zu stabilisieren. Sie impliziert, dass, wenn der Ölpreis höher als 42 US-Dollar pro Barrel ist, zusätzliches Geld aus den russischen Roh- und Gasexporten an den russischen Nationalen Vermögensfonds überwiesen wird.

Wenn die Rohölpreise also über der im Haushaltsgesetz festgelegten Schwelle bleiben, werde Russland laut dem Zentralbankbeamten seine Gold- und Devisenreserven weiter erhöhen.

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